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ISBN: 978-3-937439-53-2
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Hutgesicht

Hutgesicht
Briefe an die Mutter

Liesel Willems

Softcover, 120 Seiten
ISBN: 978-3-937439-53-2


Was hast du geträumt, als du noch jung warst und ich dich schon alt einstufte, unten im Keller, in der Waschküche, über dem dampfenden Bottich, wenn ich auf der obersten Stufe saß und die duftenden Schwaden einsog, die aus der Tür nach draußen quollen?, fragt die Tochter ihre alte Mutter.
Sie blättert in Briefen ihre gemeinsam verbrachte Lebenszeit auf. Und beschreibt das Erschreckende und das Beglückende der letzten Jahre und Monate, bis zum unbegreiflichen Ende.

Liesel Willems ist 1950 in Krefeld geboren. Sie lebt und arbeitet dort als Sozialpädagogin und Autorin. Seit 1988 veröffentlicht sie Gedichte und Geschichten für Kinder und Erwachsene.

Erinnerungen eines "Achkinds"
Ein anrührendes, ein ergreifendes Buch, eines das dankbar vom Leben und ehrfüchtig vom Tod erzählt, aber auch erlittenen Schmerz nicht ausspart und Versöhnlichkeit nicht zur alles glättenden Geste degradiert: "Hutgesicht" hat die Krefelderin Liesel Willems ihre Briefe an die Mutter betitelt. Ein Jahr lang schrieb sie, über sich selber und über ihre Erinnerungen, über ihre Kindheit und über die Mutter, deren Weg sie pflegend und sorgend bis zum Tod begleitete. In ihren Tagesabläufen, im Urlaub oder zu Hause, assoziiert sie und denkt zurück an ihre Träume vom Lieben, an Schläge, dass sie das "Achkind" war, aber auch, als höchstes Lob einer Modistin "Hutgesicht" genannt wurde. "Die Reise zu dir war die längste, die ich je gewagt habe. Ich wollte begreifen, warum du mir fremd warst", schreibt sie zu Beginn ihrer Tagebuchbriefe.
Nach dem Krieg geboren, ist Liesel Willems das Kind von Eltern, die den Krieg als Jugendliche und junge Erwachsene erlebten und überlebten. Deren körperliche Entbehrungen und seelische Verletzungen in die nächste Generation wirkten, deren Glück im Überleben bestand, und die von Liebe nie sprachen.
"Stiehlt ein Krieg Jahre? Oder brennt er sie unerbittlich ein?" Liesel Willems kann im Rückblick ihre früheren Erfahrungen deuten, die Eigenarten der Mutter, auch die des Vaters. "Wir teilten unser Unvermögen", sagt sie am Ende. Wenige Tage nach dem Tod der Mutter wird die Autorin selber Großmutter, erinnert sich an ihre Mutterschaft und nimmt "Maß an deiner stillen Freude Großmutter zu sein". Sie hat sich offensichtlich nicht geschont, sie hat nichts beschönigt oder verklärt.
Gerade deshalb ist dieses Buch so lesenswert, es zeigt Menschen in ihrer Not, in persönlichen und konventionellen Fesseln gefangen und ihren oft hilfslosen Versuch, sich nahe zu sein, Nähe zuzulassen. Und zeigt auch, dass das Scheitern dieser Bemühungen kein Grund ist, es doch nicht immer wieder zu versuchen.(Hans Dieter Peschken Rheinische Post, 12.1.2008)

… Ein Thema, das alle angeht und jede und jeden irgendwann betrifft: das würdevolle Älterwerden. Eine neue Publikation von Liesel Willems setzt sich literarisch mit diesem aktuellen Thema auseinander, indem die Autorin in Briefform jene Zeit beschreibt, in der sie ihre betagte Mutter bis zu ihrem Tod begleitet und gepflegt hat. In einer leisen, sensiblen Sprache greift sie Lebenserinnerungen auf, setzt sich mit dem Älterwerden und Sterben auseinander, genauso wie mit dem Mutter-Tochter-Konflikt. Ein Buch, das zum Nachdenken über eigene Lebenserfahrungen anregt und sich mit oft tabuisierten Themen und Fragen auseinandersetzt. (vhs krefeld, 18.2.2008)


… Das Werk besticht durch seinen Mut zur Eigenwilligkeit und Offenheit und durch die Fähigkeit, das Beglückende und Erschreckende der letzten Jahre und Monate einer alten Mutter sichtbar zu machen.(Hülser Heimatblätter, 4/2008)

Sollten Sie Liesel Willems für eine Lesung buchen wollen, bitten wir Sie, den Link „Kontakt“ zu benutzen.






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Diesen Artikel haben wir am Montag, 19. Mai 2008 in unseren Katalog aufgenommen.
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