Verinnerlichung der Diktatur

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Art.Nr.: 978-3-937439-58-7

Beschreibung

Verinnerlichung der Diktatur
ĂĽber die Langzeitfolgen des realen Sozialismus
Alla Sariban

Softcover, 330 Seiten
ISBN 978-3-937439-58-7

... Diesem Prozess der Erkenntnis und der Bewältigung der destruktiven Folgen der Konditionierung eines Menschen durch den „realen Sozialismus“ und der daraus folgenden Entfaltung des (auch oft aus dem „realen Sozialismus“ stammenden) Potentials ist das vorliegende Buch im Wesentlichen gewidmet ...
Ja, ich betone es nachdrücklich: Gerade im vereinten Europa treten immer wieder (oder gar immer häufiger?) verschiedene Momente, Phänomene und Tendenzen in den Vordergrund, die in ganz unterschiedlichen Bereichen auf die Tatsache verweisen, dass der „reale Sozialismus“ Langzeitfolgen hinterlassen hat, die man heute zu spüren bekommt ... – oft subtil, ja gar verborgen, dafür aber womöglich besonders hartnäckig ... Und das ist für zahlreiche Zeitgenossen etwas Neues: „Damit hat man nicht gerechnet“. Viele Menschen haben wohl gedacht: Nach einer recht kurzen Übergangsphase werden die „schlechten“ Folgen des „realen Sozialismus“ verschwinden ... So war zumindest der offizielle Tonfall in Deutschland nach der Wiedervereinigung, der Schlagworte wie das der „Blühenden Landschaften“ ... hervorbrachte.
Freilich gab es damals auch andere Tendenzen: Nämlich die Vorgänge der deutschen Vereinigung mit Misstrauen, ja gar mit Ängsten zu verfolgen ... An sich ist es ein weites Feld, doch als erste grobe Annäherung zum Verständnis dieser Sachverhalte beziehe ich mich auf das folgende, etwas vereinfachte Schema ...

Rezension
Dass der realexistierende (existierte) Sozialismus seine Leute konditioniert und geprägt hat, wird allgemein geahnt. Wie langzeitig und tief es war und ist, zeigt uns das hier besprochene Buch.
Die Autorin hat in der Sowjetunion den Sozialismus erlebt, erlitten, geistig gekämpft, bis sie von drüben ausgewiesen wurde. Anfang der achtziger Jahre in Westdeutschland angelangt, hat sie in mehreren Etappen die Reaktionen der "Westler" erfahren und einen langen Weg zu innerer Befreiung gemacht. So wurde für die Autorin das Schreiben ein Weg mit Höhen und Tiefen, eine Gewissenserforschung, ein "Finden der Freiheit", für sie persönlich, für die Aufmerksame in Osten und Westen.
Sympathisch und gewinnend finde ich, das sie miterlebend und mitleidend, nicht als Besserwisser schreibt. Sie betont und würdigt die Potenzialitäten der "Ostler" auf deren Weg des Suchens nach ihrer (neuzugewinnenden) Identität, sie schreibt für sich selbst und für die anderen, müht sich und ringt ständig um neue, geeignete Formulierungen, ist nie zufrieden mit dem Erreichten. Sie hat für sich selbst "das Leben erwählt" und empfiehlt das Gleiche besonders den Mit-Ostlern, die (nach ihrer Schätzung) es nötig haben.
Ein Buch ohne überhöhte Ansprüche, doch mit dem Willen die Welt zu verstehen und zu verbessern. Der Zugang zu den Problemen ist vielseitig und differenziert; es schreibt eine Naturwissenschaftlerin (mit zusätzlichen Ausbildungen), eine erfahrene Kennerin der zwei Welten, besorgt über die Zukunft des Osten wie des Westens - ohne Illusionen, aber nicht ohne Hoffnung.
Dr. phil.lic. theol. Pietro Modesto
Professor fĂĽr Philosophie und Russische Geistesgeschichte, MĂĽnchen


... Bücher über die psychologischen Langzeitfolgen der Ost-Diktatur hat es nach der Wende einige gegeben, wie auch die Autorin bemerkt. In letzter Zeit erschienen sie aber kaum noch. Folge der perfekten Integration der Menschen aus dem Osten? Das Buch von Alla Sariban zeigt mit seismographischer Genauigkeit, dass dies nicht stimmt. Das Schweigen über diesen Themenkomplex erscheint nach seiner Lektüre wie der oberflächliche Verband einer Wunde, die noch nicht verheilt ist. Während andere Autoren schon früh ein Fazit dieser Problematik gezogen haben, lässt Alla Sariban den Leser an einem unabgeschlossenen Prozess teilnehmen, der noch lange nicht beendet sein wird.
... Mit großer Konsequenz hat Alla Sariban den Finger auf diese Wunde gelegt. Damit hilft sie nicht nur den Menschen aus dem Osten, ihre Probleme auszusprechen. Sie zeigt auch dem Westen, was ihm verloren ging. So wären diesem Buch hier wie dort viele Leser zu wünschen.
Dr. Verena Blick, Wiesbaden

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