Unterwegs in Nicaragua

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Art.Nr.: 978-3-937439-45-7

Beschreibung

Unterwegs in Nicaragua
Und Esmeralda tanzte
Monika Höhn/Michael Höhn

softcover, ca. 100 Seiten
ISBN: 978-3-937439-45-7
auch als ePUB/PDF erhÀltlich

Zur Entstehung dieses Buches
Die Regale in unseren Arbeitszimmern sind voll mit Aktenordnern und ErinnerungsbĂŒchern. Nicaragua steht auf den Aktendeckeln mit Großbuchstaben. Dicht nebeneinander und prall gefĂŒllt mit Notizen aus 14 Jahren Nicaraguareisen und Projektarbeit auf der Insel Ometepe im Großen Nicaraguasee. Eingeklebte Zettel, Eintrittskarten von Besuchen und Fahrten, Visitenkarten mit Adressen neuer Bekanntschaften. GrĂŒĂŸe und kleine Notizen finden wir darunter wieder. Alles erinnert uns an die Menschen, die uns in diesen Jahren begegnet sind. Manche Erinnerungen haben wir auf Einwickelpapier oder PapiertĂŒchern festgehalten, die zum Teil vergilbt und verknittert und kaum noch lesbar sind.
Im Flugzeug geschrieben, auf der LadeflÀche einer Camionetta auf einer holprigen Vulkanpiste notiert, in einem Einbaumboot wÀhrend einer Flussfahrt festgehalten. Unter einer Plastikplane sitzend wÀhrend eines tropischen Regengusses. Auch Tagebuchnotizen nach Deutschland finden sich wieder, die Monika von ihrem mehrmonatigem Aufenthalt auf Ometepe, wenige Wochen vor dem Hurrikan Mitch, nach Deutschland gefaxt hat.
Es fĂ€llt uns nicht leicht, die Zettel mit den kurzen Skizzen und bruchstĂŒckhaften SĂ€tzen, auszusortieren und in den Abfallkorb zu werfen. Jetzt, wo wir sie in den HĂ€nden halten, werden sie wieder ganz lebendig: Es sind die Menschen in ihrem Lebensalltag, denen wir begegnet sind. Wir durften sie fotografieren und ihre Geschichten aufschreiben. Die Geschichten der Kinder von der Straße, die der Frauen bei ihrer mĂŒhevollen tĂ€glichen Arbeit, die der MĂ€nner in den Reisfeldern, in den Kaffeeplantagen und in den Melonenfeldern. Die Erlebnisse wĂ€hrend unserer Reisen mit unserem Freund Alcides Flores GuillĂ©n, der uns bei so manch abenteuerlicher Fahrt begleitet hat und immer als kundiger GesprĂ€chspartner zur VerfĂŒgung stand.

Dabei wurde uns Nicaragua greifbarer und sehr lebendig, dieses geschichtstrĂ€chtige Land mit seinen Naturkatastrophen, den erbitterten KĂ€mpfen fĂŒr seine UnabhĂ€ngigkeit, den BĂŒrgerkriegen und politischen Auseinandersetzungen, und vor allem seinen liebenswĂŒrdigen Menschen.
So haben sich unsere Notizen und alles, was wir gesammelt haben, wie Puzzleteile aneinander gereiht und wir haben sie zu Geschichten zusammengefĂŒgt. Viele Kinder von damals sind inzwischen MĂŒtter und VĂ€ter und haben ihre eigene Familie, einige sind fortgezogen, manche sind auch verstorben.

Bei unseren Lesungen, die wir beide in KindergĂ€rten, Schulen, im Berufskolleg und in Kirchengemeinden durchfĂŒhren, ist uns bewusst geworden, wie wenig bekannt das kleine mittelamerikanische Land Nicaragua ist. Öfter fragte man uns, ob wir denn in diesem Jahr wieder nach Afrika reisten. Vermutlich verwechselten sie Nicaragua mit Nigeria.

Wir haben seit unserem ersten Aufenthalt 1993 auf der Insel Ometepe Geschichten mitgebracht. Es sind freudige, auch traurige Erlebnisse, von denen wir bei unseren VortrĂ€gen erzĂ€hlen. Und es sind sehr unterschiedliche Menschen, die sich fĂŒr das zweitĂ€rmste Land Mittelamerikas zu interessieren beginnen. Landfrauen ebenso wie Friseurinnen, Bauleute und Ärzte, Frauen und MĂ€nner, SchĂŒlerinnen und SchĂŒler. Und es ist vor allem auch unser kleiner blauer Nicaragua-Koffer, der große Neugier weckt.

Zum Riechen und Schmecken, zum Sehen und Anfassen haben wir GegenstĂ€nde aus Nicaragua mitgebracht. Die großen Samen zum Beispiel vom feuerrot blĂŒhenden Malinchebaum, die aussehen wie getrocknete, dunkelbraune lange Bohnen. In einigen KindergĂ€rten werden sie von den Kindern bei der frĂŒhmusikalischen Erziehung als Rasseln benutzt. Oder die Kakaofrucht, die unmittelbar am Baumstamm wĂ€chst. Wer hat schon einmal versucht, eine Kakaobohne selbst zu rösten?
Das Wort Kakao stammt ĂŒbrigens aus dem nahuatl, der Sprache, die auch die indigenen Vorfahren der Menschen auf der Insel Ometepe gesprochen haben. Sie nannten die Kakaobohnen cacahuatl. Die Spanier machten spĂ€ter cacao daraus. Die vitaminreiche Marañon-Frucht, an deren Spitze die bekannte Cashewnuss hĂ€ngt. Die Frucht ist pinkrot und ihr Fleisch zieht einem das Wasser im Mund zusammen. Warum sind die CashewnĂŒsse wohl so teuer?
Wer hat schon einmal das rote Fruchtfleisch der Kaffeebohne probiert oder auf einem Foto die kleine weiße KaffeeblĂŒte betrachtet oder ungerösteten Kaffee in die Hand genommen?
Auch das ArbeitsgerĂ€t der Campesinos stĂ¶ĂŸt auf großes Interesse und wir konnten die machete, die aussieht wie ein langes Schwert, mit ihrer ungeschĂ€rften Klinge mit nach Deutschland bringen. Auch wenn die Zollbeamten am Flughafen merkwĂŒrdig guckten. Einen Block dulce haben wir mitgebracht, der unter dem Begriff Melasse auch bei uns bekannt ist. Es ist Rohzucker, den es in der pulverisierten Form vor allem in den Eine-Welt-LĂ€den zu kaufen gibt.
Auch Blechdosen haben wir in unseren Koffern transportiert. FrĂŒher enthielten sie Trockenmilch oder Mais oder Erbsen. Heute steckt ein kleiner Stofflappen im Deckel. Die Dose wird mit Kerosin gefĂŒllt und dient den Menschen auf dem Land als candil, Lichtquelle in der HĂŒtte, da wo es kein elektrisches Licht gibt. Wir haben sie auf WeihnachtsmĂ€rkten und in Schulen als „Licht der Armen“ verkauft und konnten gleichzeitig etwas ĂŒber das Leben der Menschen auf der Insel erzĂ€hlen.

Bei unserem ersten Besuch der Insel Ometepe 1993 entstand das Ometepe-Projekt Nicaragua, das wir am Schluss dieses Buches noch genauer beschreiben.

Rezension
Nur wenige dramarturgische Eingriffe wĂ€ren nötig, und dieses Buch wĂ€re ein Roman mit vielen Bildern, Szenen, EindrĂŒcken geworden; ein Roman von zurĂŒckhaltenden, aber engagierten Deutschen, die neugierig eine neue Welt besuchen und noch immer dabei sind, ihr Land, Nicaragua in Zentralamerika, zu entdecken. Der Unterhaltungswert ist groß, denn auf fast allen Seiten schlĂ€gt uns Lebensfreude und Humor entgegen. Der Informationswert ist groß fĂŒr alle, die Nicaragua kennen lernen wollen. Allerdings ist ein Kapitel, mit guten GrĂŒnden, ganz ausgeklammert, nĂ€mlich das der Welt der Reichen, der Intellektuellen und der Politiker. Hier geht es um das andere Nicaragua, zu dem sicher mehr als 80 Prozent aller Menschen gehören.
Das Ehepaar Monika und Michael Höhn haben aus ihrem reichen Schatz von Erlebnissen drei Dutzend Geschichten ausgewĂ€hlt und erzĂ€hlt, die diese Gesellschaft "von unten" beleuchten. EindrĂŒckliche Begegnungen mit Menschen, halsbrecherische Fahrten, nebenbei kulturgeschichtlich spannende Aspekte in Kurzform - und immer wieder eine leidende und kĂ€mpfende Bevölkerung, die vielen Hoffnungen nachtrauern muss und die Hoffnung dennoch nicht verloren hat. Wie das möglich ist, beantworten die Geschichten selbst; mal ist es einfach die menschliche Grundhaltung, mal der unerschĂŒtterliche christliche Glaube, mal die politische Hoffnung. Da ist aber auch von SolidaritĂ€t unter den Armen die Rede, ohne die das Elend in diesem Land viel grĂ¶ĂŸer wĂ€re. Und von der SolidaritĂ€t aus anderen LĂ€ndern, von Menschen unserer Breitengrade, fĂŒr ein einfache kleine Schritte – eine Schulspeisung, der Bau einer Schule, ein paar BĂŒcher und Hefte fĂŒr Kinder, eine kostenlose Ă€rztliche Untersuchung, das Besorgen eines Rollstuhls fĂŒr jemanden, der seit Jahren im Dunkeln einer HĂŒtte liegen muss.
Die beiden Autoren haben genau hingesehen. Auch und vor allem da, wo Zweifel an der Redlichkeit von Hilfsorganisationen angebracht ist – wie bei jenen fundamentalistischen Amerikanern, die als Gegenleistung fĂŒr Ă€rztliche Hilfe einen Gottesdienstbesuch verlangen. Auch das Leben der Nicaraguaner wird nicht verniedlicht; wo es WidersprĂŒche gibt, werden sie aufgezeichnet, ohne dass sich die Autoren als Moralapostel aufspielen. Das Buch ist ein LehrstĂŒck in Lebensfreude und Hoffnung; es macht Mut, einfach mitzumachen oder anzufangen.
Hermann Schulz, zeitzeichen MĂ€rz 2008

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